Die defekte Zündbox

Veröffentlicht auf von Martin Franitza

Bei Bognes führt die Route über einen Fjord. Eine Fähre bringt uns auf die andere Seite des Fjords. Wir fahren vom Schiff, bleiben noch einmal stehen – und die Kawasaki springt nicht mehr an. Mein erster Gedanke: Der Benzinhahn, der schon einmal Probleme machte. Orgel-orgel-orgel… Aber der V-2-Motor springt nicht an. Ein Abschleppversuch bringt die Erkenntnis, dass die BMW gut schleppen kann, aber die Kawa springt nicht an. Es stinkt nach Benzin. Wir vermuten, den Zündfunken verloren zu haben. Die Mühle wird abgerödelt. Die erste Prüflampe gibt den Geist mit einem Blitz auf – brutzel-brutzel. Was soll nun aus der Reise werden? Wo liegt die Ursache? Können wir den Fehler beheben? Soll hier die Reise nach Murmansk zu Ende sein? Dem Zündfunken ist es zu kalt. Er ist verschwunden – einfach weg. Von einer Sekunde auf die andere. Wir testen die Ersatzzündbox. Sie funkt. Mir fallen zwei Steine vom Herzen. Der erste, weil die Mühle wieder läuft, der zweite, weil ich vor der Abfahrt bei Ebay noch genau diese Ersatzzündbox für 1 Euro ersteigern konnte. Nach einer guten Stunde legt sich unsere Aufregung wieder. Die Reise kann weiter gehen. Fritz hat sich für seine Hilfe im Supermarkt was aussuchen dürfen. Er wählte nicht einmal die harte Gespannfahrerwährung Duplo. Auf der weiteren Fahrt sahen unsere Frauen den ersten Elch. Welche Freude. Wir Männer haben nichts gesehen. Wir haben uns auf den Verkehr konzentrieren müssen. Wobei jetzt unsere Frauen behaupten, dass genau zu diesem Zeitpunkt gar kein Verkehr herrschte. Erst spät abends erreichen wir unsere Unterkunft in Ballanden. Besonders haben wir uns gefreut, dass in den Hütten nachts die Heizung ausfiel - und das bei Außentemperaturen von minus 20 Grad. Die tollen Polarlichter in der Nacht entdeckte ich bei einer Rauchpause. Manches Laster hat auch was Gutes.
Die Motoren springen am Morgen an. Gott-sei-Dank. Bei der BMW fällt allerdings die Spannung soweit ab, dass sich die Borduhr mit einem Reset bedankt. Wir lassen uns Zeit mit dem Aufpacken. Wir warten auf die Morgensonne, die das Thermometer in die Höhe treibt. Tolle Fjorde, gigantische Landschaft – plötzlich blockiert das Vorderrad. Das Gespann schiebt unweigerlich auf die linke Straßenseite. Die Leitplanke kommt immer näher. Für Bruchteile von Sekunden fängt sich das Gespann wieder. Dann schiebt es erneut nach links. Der Handbremshebel hatte sich im Futter der Lenkerstulpe verfangen. Wir können von Glück reden, dass in diesem Moment kein Gegenverkehr herrschte. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Etappenziel, eine Hütte etwa 150 Kilometer vor Tromsö. Am Abend geht dann das Schiff der Hurtigroute. Das wollen wir erreichen. PS: Und dann haben wir Männer doch noch Elche gesehen. Und die haben wir auch gleich gefilmt und fotografiert.
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Blasl Georg 03/01/2009 08:55

Grüß Euch,
Das Wichtigste auf einer Reise ist normalerweise Proviant, aber das Schönste ist wahrscheinlich wenn man den richtigen Ersatzteil dabei hat :-)
...Ich schau´öfter mal neidvoll rein bei Eurer Tour und wünsch Euch noch weiterhin alles Gute.
Schurl

Konrad Janker 02/28/2009 20:33

Hallo Ulrike,
hallo Friedrich
Grüße aus Regensburg.
Euer Reisetagebuch ist eine tolle Sache, Andrea und ich sind am PC mit dabei.
Ulrike ich hoffe die Heizung funktioniert.
Eine gute hindernisfreie Weiterfahrt wünschen wir Euch allen.
Andrea und Konrad
PS. Wenn die Nase blau wird ist das "kein" gutes Zeichen!