Treffen mit Hubert

Veröffentlicht auf von Martin Franitza


Mo I Rana: Nachts hat es wieder geschneit. Was ich gestern vergessen habe: Die Einfahrt zum Gästehaus mussten wir selbst räumen. Nach einem mehr oder minder ausgiebigen Frühstück starten wir bei bedecktem Wetter und etwa minus 5 Grad. Die Straße spiegelglatt, dann wieder holprig. Vorsichtig erklimmen wir die Auffahrt zum Polarkreis. Mittlerweile scheint die Sonne. Wir genießen den Aufstieg, erfreuen uns der herrlichen Landschaft und erreichen das zugeschneite Polarkreiszentrum. Über eine Stunde lang halten wir da oben auf etwa 700 Metern Höhe auf. Die Temperatur von etwa minus 15 Grad spüren wir kaum. Der phantastische Rundumblick auf bizarre Höhenzüge erwärmt unsere Herzen. Beim Losfahren sind die Sturmhauben eingefroren. 40 Kilometer sind es bis zur Tankstelle in Storjord. Gestern hatte uns Hubert Kriegel eine Nachricht im Blog zukommen lassen. Werden wir ihn treffen? Schon auf der Einfahrt zur Tankstelle sehen wir das weiße Ural-Gespann aus dem Schnee neben der Tankstelle blitzen. Die Freude ist groß. Wir sitzen lange und reden über das Winterfahren, über die besten Winterstrecken, über unsere zukünftigen Pläne. Hubert bleibt noch eine Nacht in Storjord. Wir müssen weiter. Unser Etappenziel heißt Fauske. Kaum dass wir die Tankstelle verlassen haben, fängt es zu schneien an. Es ist ein ganz feiner, pulvriger Schnee, der einem die Sicht raubt. Vorbeifahrende Lastwagen ziehen eine dichte Schneefahne hinter her, für uns ein Whiteout, in dem wir uns sekundenlang wie blind vorwärtstasten. Erst kurz vor Fauske lässt das Schneetreiben nach. Wir gehen noch Einkaufen. Heute gibt es Buchstabensuppe, Lachsfilet mit Reis, gemischten Salat und Dessert Surprise, also was der Kofferraum nach dem Einkaufen so hergibt. Ach ja, Hubert zeigte uns in Storjord eine öffentliche Waage und meinte, wir sollen doch mal die Gespanne wiegen. Das haben dann auch tatsächlich gemacht. Ich glaube, das praktische, also sozusagen das mögliche zulässige Gesamtgewicht haben wir noch lange nicht erreicht: Beim BMW-GS-Gespann von Fritz zeigte die Waage 740 Kilogramm, beim Kawasaki-Gespann zeigte sie immer noch 720 Kilogramm an. Nun sind wir beide der Meinung: Die Waage schwindelt. Heute Nacht wird es kalt: Fritz meint, im T-Shirt ist es eindeutig zu kalt. Im Ernst, zweistellige Minustemperaturen werden wir wohl heute Nacht ablesen können.
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