Ein Wochenende im Schnee

Veröffentlicht auf von Martin Franitza

Testfahrt in die Hohen Tauern

 

Es ist zu warm, viel zu warm für eine Testfahrt. Das Thermometer zeigt nur minus 3 Grad und der Wetterbericht verheißt für Winterfahrer auch nichts Gutes. Aber egal, wir wollen die Motorräder und die Ausrüstung einem letzten Test unterziehen. Die Auffahrt in die Ortschaft Hohentauern hat ihren Reiz verloren. Eine breite neue Straße führt nun hinauf in das Skigebiet. Aber wenigstens liegt Schnee, ausreichend Schnee, um einige nicht geräumte Schneepisten unter die Räder zu nehmen.

Für Fritz und Ulrike ist es das erste Wintertreffen dieser Art. Die Auffahrt zur etwa 1700 Meter hoch gelegenen Edelrautehütte ist eine Rodelpiste. Ohne spezielle Bereifung oder Schneeketten ist ein Hinaufkommen nicht nur in Frage gestellt, sondern fast unmöglich. Fritz montiert die Schneekette auf das Hinterrad. Unsere VN hat einen Spezialreifen montiert, mit dem wir in der Regel die Auffahrt schaffen. Haben wir erwähnt, dass das erste Gebot heißt: Nur nicht stehen bleiben!

Die ersten Kilometer tuckern wir problemlos über die steile Auffahrt. Dann sehen wir die ersten Engländer an der Seite. Mit ihrer Solobereifung haben sie keine Chance der Berg zu erklimmen.  Fritz bremst ab und fragt, ob er helfen kann. Aber der Engländer will keine Hilfe. Ihn hat der Ehrgeiz gepackt, er will der Berg allein bezwingen. Mit den Schneeketten auf dem Hinterrad kommt er wieder los. Auch wir schaffen es mit gefühlvoller Gashand. Schon hinter der nächsten Kehrte liegt der nächste Engländer. Auch er will keine Hilfe. Wieder haben wir Glück, können auf dem eisigen Untergrund anfahren. Der dritte Engländer nimmt dass das Angebot dankend an. Seine Anfahrhilfen liegen zerfetzt im Schnee. Wir sind am Rand stehen geblieben und hoffen, dass der Schnee hier griffiger ist. Der Berg ist steil an dieser Stelle. Schleppseil an die Gespanne montiert. Fritz fährt los, der Engländer versucht mit viel Gas Schlepphilfe zu leisten. Aber der Soloreifen dreht nur durch.

Aber die schneekettenbewaffnete GS zieht das Gespann von der Insel mit Leichtigkeit weg – und schon ist das Gespann-Gespann hinter der nächsten Kehre verschwunden.  Und wir? Es war ein Fehler, am Rand stehen zu bleiben. Der Reifen gräbt sich in den Untergrund. Mist. Nicht schon wieder schieben! Wir lassen das Gespann ein Stück zurück rollen. Zaghaft am Gasgriff gedreht, aber der Reifen gräbt sich nur eine weitere Kuhle. Das kann doch nicht sein. Lenker nach rechts, Gas auf, das Gespann schiebt quer zum Hang, springt aus der Kuhle, wir erreichen vereisten Untergrund und jetzt greift langsam, fast wie in Zeitlupe endlich der Hinterradreifen. Geschafft. Wir erreichen den Parkplatz.


Mehr über unsere Erkenntnisse und Erlebnisse an diesem Wochenende gibt es morgen.

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Friedrich Büsch 01/27/2009 11:39

Dann mußten wir ja fast die ganze Familie hochschleppen.
Gruß
Fritz

Richard a,d, NL 01/27/2009 11:19

Der Engländer mit dem schwere Wohnwagengespann ( Bruder von der auf's Bild) habe Ich dann später hochgeschleppt.

Richard aus den NL

Friedrich Büsch 01/26/2009 11:47

War ein Super Wochenende, hat uns sehr gut gefallen. Hätte nur kälter sein können, haben so geschwitzt.
Gruß
Fritz